Technik11. Oktober 20263 Min. LesezeitVon Miki & Oli

WordPress oder Next.js? Welches System zu deinem Unternehmen passt

Die Frage nach dem System kommt in fast jedem Erstgespräch: „Sollen wir WordPress nehmen oder etwas Moderneres?“ Die Antwort hängt nicht von Trends ab, sondern davon, wer die Website pflegt, was sie leisten muss und wie sie wachsen soll. Hier der ehrliche Vergleich aus unserer täglichen Arbeit mit beidem.

Was WordPress ist

WordPress ist das meistgenutzte Content-Management-System der Welt und betreibt über 40 Prozent aller Websites. Es ist Open Source, hat ein riesiges Ökosystem an Themes und Plugins und lässt sich von Redakteuren ohne technisches Wissen bedienen. Mit Page-Buildern wie Elementor Pro kannst du Layouts selbst visuell anpassen.

Die Schattenseite: Viele WordPress-Websites sind langsam und unsicher, nicht weil WordPress schlecht ist, sondern weil sie mit zu vielen Plugins, schweren Themes und ohne Wartung betrieben werden. Ein sauber gebautes WordPress mit schlankem Theme, wenigen Plugins und gutem Hosting ist schnell und sicher.

Was Next.js ist

Next.js ist ein Framework auf Basis von React, mit dem Entwickler Websites und Webanwendungen bauen. Seiten werden vorab erzeugt und über ein globales Netzwerk ausgeliefert, was sehr kurze Ladezeiten ermöglicht. Es gibt keine Datenbank, die angegriffen werden kann, keine Plugins, die veralten, und praktisch keine Grenzen im Design.

Die Schattenseite: Inhalte pflegen Redakteure nicht direkt im System, sondern über ein angeschlossenes CMS oder über uns. Änderungen am Layout brauchen einen Entwickler. Für Unternehmen, die täglich selbst an Seiten bauen wollen, ist das ein Nachteil.

Der Vergleich

Pflege durch dich

WordPress: sehr gut, besonders mit Elementor. Next.js: gut, wenn ein Headless-CMS angeschlossen ist, sonst über die Agentur.

Performance

Next.js: hervorragend, Ladezeiten unter einer Sekunde sind der Normalfall. WordPress: gut bis sehr gut, wenn sauber gebaut und gehostet, schlecht bei typischen Plugin-Sammlungen.

Sicherheit

Next.js: sehr hoch, es gibt keine Angriffsfläche durch Plugins oder Datenbank. WordPress: ausreichend bis gut, aber nur mit regelmäßigen Updates und Wartung. Die meisten gehackten Websites sind ungepflegte WordPress-Installationen.

Kosten

In der Erstellung ähnlich, bei uns liegen beide Varianten meist zwischen 2.500 € und 5.000 €. Laufend ist WordPress etwas teurer, weil Wartung Pflicht ist. Next.js läuft auf Plattformen wie Vercel oft kostenlos oder sehr günstig.

Flexibilität

Next.js: unbegrenzt, jede Funktion lässt sich bauen, von der Buchungsplattform bis zum Kundenportal. WordPress: sehr flexibel durch Plugins, aber an deren Grenzen gebunden, und Sonderfunktionen werden schnell unsauber.

SEO

Beide Systeme können hervorragend ranken. Next.js hat durch Ladezeit und sauberen Code einen leichten Vorteil, WordPress durch Plugins wie Yoast oder Rank Math einen leichteren Einstieg für Redakteure.

Headless: Der Mittelweg

Headless WordPress verbindet beides: WordPress verwaltet die Inhalte, ein Next.js-Frontend liefert sie aus. Du pflegst Texte und Bilder wie gewohnt, die Website ist aber so schnell und sicher wie eine reine Next.js-Seite. Der Aufwand ist etwas höher als bei einer der beiden Varianten allein, dafür bekommst du keine Kompromisse.

Alternativ gibt es schlanke Headless-Systeme wie Sanity, Payload oder Storyblok, die speziell für diese Architektur gebaut sind und sich oft noch einfacher bedienen lassen als WordPress.

Entscheidungshilfe

  • Du willst Layouts und Seiten selbst bauen, ohne Agentur: WordPress mit Elementor Pro.
  • Du willst Texte und Bilder selbst pflegen, aber maximale Ladezeit und Sicherheit: Headless WordPress oder ein Headless-CMS mit Next.js.
  • Du willst eine Website, die einfach läuft, und Änderungen über uns: Next.js.
  • Du planst eine Webanwendung mit Logins, Datenbank und eigener Logik: Next.js.
  • Du hast einen Online-Shop und WordPress-Erfahrung im Team: WooCommerce, oder Shopify, wenn du keine Serverpflege willst.

Fazit

Es gibt kein besseres System, nur das passende. Wir setzen beides regelmäßig um und empfehlen im Erstgespräch ehrlich, was zu deinem Team, deinem Budget und deinen Zielen passt. Wer dir ohne diese Fragen ein System verkauft, verkauft dir seine Gewohnheit, nicht deine Lösung.

Fragen.

Ja. WordPress wird aktiv weiterentwickelt und bleibt für Unternehmen, die Inhalte selbst pflegen wollen, eine sehr gute Wahl. Entscheidend ist die Umsetzung: schlankes Theme, wenige Plugins, gutes Hosting, regelmäßige Wartung.

Ja. Inhalte lassen sich übernehmen, entweder in ein Headless-CMS, oder WordPress bleibt als Inhaltsverwaltung bestehen und bekommt ein neues Next.js-Frontend. Wichtig sind saubere Weiterleitungen, damit Rankings erhalten bleiben.

Für Texte und Bilder nicht, wenn ein CMS angeschlossen ist. Für neue Seitentypen, Layouts oder Funktionen ja. Bei WordPress mit Page-Builder kannst du mehr selbst machen, bezahlst dafür aber mit Komplexität und Wartungsaufwand.

In der Erstellung ähnlich. Laufend ist WordPress durch Wartung und Hosting meist etwas teurer, Next.js durch Entwicklerbedarf bei strukturellen Änderungen. Über drei Jahre gerechnet liegen beide oft nah beieinander.

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