Kosten11. Oktober 20263 Min. LesezeitVon Miki & Oli

Webagentur finden: 9 Fragen, die du vor dem Auftrag stellen solltest

Webagenturen gibt es wie Sand am Meer, und von außen sehen die Angebote ähnlich aus: Website, Design, modern, responsive. Die Unterschiede zeigen sich erst im Detail und oft erst nach dem Launch. Mit diesen neun Fragen findest du vorher heraus, ob eine Agentur zu dir passt.

Warum die Auswahl so schwer ist

Eine Website kannst du vorher nicht testen wie ein Auto. Du kaufst ein Versprechen. Portfolios zeigen Oberflächen, nicht, ob die Seite Anfragen bringt, ob sie wartbar ist oder ob die Agentur nach dem Launch noch erreichbar ist. Deshalb lohnt es sich, die richtigen Fragen zu stellen, und auf die Antworten zu achten, nicht auf die Präsentation.

Die neun Fragen

Wem gehört die Website nach dem Projekt?

Die wichtigste Frage. Code, Design, Domain, Hosting-Zugänge und Inhalte sollten vollständig dir gehören, ohne Mietmodell, ohne Abhängigkeit. Manche Agenturen bauen auf eigenen Systemen, die du nicht mitnehmen kannst. Dann bist du dauerhaft gebunden.

Wer baut die Website wirklich?

Sprichst du mit der Person, die später entwickelt, oder mit einem Vertriebler, der das Projekt an Freelancer oder ins Ausland weitergibt? Beides kann funktionieren, aber du solltest es wissen. Direkter Kontakt zum Umsetzer spart Missverständnisse und Zeit.

Was genau ist im Preis enthalten?

Konzept, Design, Entwicklung, Texte, Fotos, SEO-Grundlagen, Cookie-Consent, Einweisung, Tests? Lass dir jede Position zeigen und frag nach dem, was fehlt. Ein günstiges Angebot ohne Texte und SEO ist am Ende teurer als ein vollständiges.

Wie läuft das Projekt ab?

Eine gute Agentur erklärt ihren Prozess in klaren Phasen: Kennenlernen, Konzept, Design, Entwicklung, Launch. Du solltest wissen, wann du was siehst, wann du Feedback gibst und wann Entscheidungen fallen. Wer das nicht beschreiben kann, hat keinen Prozess.

Kann ich mit Referenzkunden sprechen?

Portfolios sind geschönt, Kunden sind ehrlich. Eine Agentur, die zufriedene Kunden hat, nennt dir gerne einen Kontakt. Frag diesen, wie die Zusammenarbeit lief, ob Termine gehalten wurden und wie der Support nach dem Launch ist.

Was passiert nach dem Launch?

Einweisung, Support, Wartung, Erreichbarkeit: Eine Website lebt nach dem Launch weiter. Kläre, ob und wie die Agentur erreichbar ist, was Änderungen kosten und ob es Wartungspakete gibt. Die Antwort „Danach ist das Projekt abgeschlossen“ ist ein Warnsignal.

Welche Technik und warum?

WordPress, Next.js, Baukasten, eigenes System? Jede Wahl hat Gründe. Die Agentur sollte erklären können, warum sie dieses System für dein Projekt empfiehlt, nicht nur, dass sie es immer benutzt. Frag auch nach Hosting, Sicherheit und Updates.

Wie wird SEO berücksichtigt?

Technisches SEO (Struktur, Ladezeit, Meta-Daten, strukturierte Daten, mobile Optimierung) gehört zu jeder professionellen Website. Wenn SEO als Zusatzmodul für Aufpreis angeboten wird oder die Antwort vage bleibt, wird die Website wahrscheinlich nicht gefunden.

Was kostet es wirklich, auch in drei Jahren?

Einmalpreis plus laufende Kosten für Hosting, Wartung, Lizenzen und Änderungen. Eine Agentur, die diese Zahlen offen nennt, hat nichts zu verbergen. Rechne über drei Jahre, dann relativieren sich scheinbar günstige Angebote mit hohen Folgekosten.

Warnsignale

  • Angebot ohne Gespräch: Wer dir einen Preis nennt, ohne dein Unternehmen zu kennen, kalkuliert ein Template.
  • Garantien für Platz 1 bei Google: Unseriös, niemand kann das garantieren.
  • Druck und Rabatte mit Ablaufdatum: Gute Agenturen haben Nachfrage und brauchen keinen Druck.
  • Keine Referenzen mit Kontakt: Dann gibt es entweder keine zufriedenen Kunden oder keine Kunden.
  • Vertrag mit langer Laufzeit und Mietmodell: Die Website gehört dir nie.
  • Kein Ansprechpartner, nur Ticketsystem: Du redest mit einem Prozess, nicht mit einem Menschen.

Worauf es wirklich ankommt

Am Ende zählt, ob die Agentur dein Unternehmen verstehen will. Fragt sie nach deinen Kunden, deinen Zielen, deinen Zahlen? Oder redet sie nur über Design und Features? Eine gute Website ist das Ergebnis von Verständnis, nicht von Effekten. Das merkst du im ersten Gespräch.

Fazit

Nimm dir für die Auswahl so viel Zeit wie für jede andere Investition in dieser Größe. Stell die neun Fragen, hör genau hin und achte auf Warnsignale. Eine Agentur, die alle Fragen klar beantwortet, ist meistens auch eine, die klare Websites baut.

Fragen.

Freelancer sind bei einfachen Projekten oft günstiger und direkter. Agenturen bieten mehr Kompetenzen aus einer Hand und Vertretung bei Ausfall. Entscheidend ist, ob Design, Entwicklung und SEO wirklich zusammenarbeiten, nicht die Rechtsform.

Nicht zwingend, aber es hilft: Persönliche Treffen, Kenntnis des regionalen Marktes und kurze Wege bei Fragen machen die Zusammenarbeit einfacher. Für lokale Unternehmen ist eine regionale Agentur oft die bessere Wahl.

Zwei bis drei reichen. Mehr macht den Vergleich nicht besser, sondern unübersichtlicher. Wichtiger als die Anzahl ist, dass du bei jedem Anbieter dieselben Fragen stellst.

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